Schulweiter Projekttag “Gegen das Vergessen”
Die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten kannte keine Menschlichkeit und forderte Millionen von Menschenleben. Der Mord hatte System und fand seinen Gipfel in der Einrichtung von Vernichtungslagern – eines der größten war unter dem Namen Auschwitz-Birkenau bekannt. Mit seiner Befreiung am 27. Januar 1945 wurde es zum stellvertretenden Symbol jener menschenverachtenden Ideologie, die die Alliierten bekämpften. Diese Ereignisse liegen nun 81 Jahre zurück.
In einer Umfrage der Jewish Claims Conference gaben in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen jüngst etwa 40 Prozent der Befragten an, nicht von den ungefähr sechs Millionen ermordeten Juden zu wissen. Zwei Prozent aller Befragten hielten den Holocaust für eine Lüge.
Das Friedrich-Franz-Gymnasium hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und zukünftige Schülergenerationen für die NS-Verbrechen sowie den Wert der Demokratie zu sensibilisieren.
Vor diesem Hintergrund fand am 27. Januar 2026 ein schulweiter Projekttag statt. Alle Klassenstufen von der 7. bis zur 12. wurden in unterschiedliche Formate eingebunden. Beispielsweise wurden die 7. Klassen durch die Religionslehrerinnen mit der Bedeutung der Stolpersteine in Parchim bekannt gemacht, während sich die 8. Klassen im Rahmen des Deutschunterrichts mit dem Tagebuch der Anne Frank auseinandersetzten. Auch die zwölften Klassen wählten einen literarischen Zugang zum Thema und befassten sich ausgiebig mit Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“.
Aus historischer Perspektive näherten sich die 9. Klassen dem Thema. Sie lernten im Geschichtsunterricht die wesentlichen Aspekte der Entwicklung des KZ-Systems und begutachteten die von Diana Schlüter-Beck mitentwickelte Ausstellung „Jüdisches Leben“. Dem Bereich der mündlichen Geschichtsüberlieferung widmeten sich die 10. und 11. Klassen der Schule. Sie erlebten eine Podiumsdiskussion, die von Max Fiedelmeier und Lucy Daunigt moderiert wurde. Herr Dr. Zatryb nahm den weiten Weg aus Baden-Württemberg auf sich, um in Parchim vor über 140 Schülerinnen und Schülern zu sprechen. Seine Mutter erlebte den Warschauer Aufstand von 1944 und fand sich zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager von Wöbbelin wieder.
Die Gymnasiasten hatten sich im Vorfeld gezielt Fragen überlegt, um den Gast nach seiner Mutter, den komplexen familiären Beziehungen sowie zur deutschen Erinnerungskultur zu befragen. Herr Dr. Zatryb wurde von Herrn Schmoranzer begleitet, der als Vertreter des Trägers der Mahn- und Gedenkstätte einige zusätzliche Informationen beisteuerte.
Insgesamt war es ein vielschichtiger Tag, der die gesamte Schulgemeinschaft daran erinnerte, dass „Vergessen“ keine Option ist und dass die Demokratie den Schutz der Menschlichkeit garantiert.
Autor: Max Zawadzki
Bilder der Klasse 7b: Cornelia Flörke
Bilder der Podiumsdiskussion: Finja Geick